WRC: Die ultimative Herausforderung

Rally Sport ist die ultimative Herausforderung für Mensch und Maschine, bei der Fahrer und Beifahrer auf allen erdenklichen Geländearten um den Sieg kämpfen. Spitze dieser Sportart bildet die FIA World Rally Championship (WRC), in der die weltbesten Fahrer und deren Beifahrer um Ruhm und Ehre wetteifern.

Anders als bei Rundstrecken-Rennen konkurrieren die Rallyfahrer individuell in kurzen, gezeiteten Wertungsprüfungen mit dem Ziel, die schnellste Zeit zu fahren. Die ständig wechselnden Landschaften tragen ihren Teil dazu bei, den Rallye-Sport zur wohl aufregendsten Form des Motorsports zu machen.

Seit ihrem ersten Lauf im Jahr 1973 erfreut sich die WRC immer größerer Beliebtheit bei weltweit führenden Automobilherstellern wie Hyundai.

Die WRC wird von Januar bis November ausgetragen und führt Teams, Fahrer und Fans rund um die Welt – von der Wildnis in Nord- und Südeuropa bishin zu faszinierenden Landschaften in Australien oder der Wüste Mexikos.

Die Zuschauer strömen in Scharen zu den WRC Veranstaltungen um das Geschehen hautnah zu erleben. Zudem verfolgen Millionen von Fans die Rallys am Fernsehen, übers Radio oder online. Diese anhaltende Popularität spricht für die sportlichen und technischen Herausforderungen, welche die WRC mit sich bringt.

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Service Park
Der Service Park ist der Dreh- und Angelpunkt an jedem Rallye Wochenende. In separaten Bereichen warten und reparieren die Teams ihre Fahrzeuge innerhalb vorgegebenen Zeiten. Da das Zeitfenster zwischen 15 und 45 Minuten liegt, sind Vorbereitung und schnelles Denken essentiell. Die Anzahl an Personen, die an einem Fahrzeug arbeiten dürfen, ist auf fünf Mechaniker und einen Ingenieur begrenzt. Ausserhalb der vorgegebenen Zeitfenster dürfen nur Fahrer und Beifahrer am Fahrzeug arbeiten.
Crew
Jede Crew besteht aus einem Fahrer und einem Beifahrer, die gemeinsam das Herzstück des Teams bilden. Es ist absolut notwendig, dass die Crew auf der gleichen Wellenlänge ist, damit sie die schnellstmögliche Zeit für Fahrzeug und Team herausholen. Oftmals arbeiten Fahrer und Beifahrer viele Jahre zusammen und bilden eine enge Verbindung sowohl in als auch außerhalb des Fahrzeugs.
Co-Driver
Fahrer sind diejenigen, die die 200 km/h Rallye-Fahrzeuge durch die gefährlichen Straßen der Rallye steuern, doch Beifahrer spielen im Team eine ebenso wichtige Rolle. Sie sind für Vorbereitung und Vorlesen der Aufschriebe verantwortlich, helfen bei notwendigen Reparaturen auf einer Wertungsprüfung und stellen immer sicher, dass die Fahrzeuge innerhalb der Zeit an den Kontrollstellen ankommen. Über Funk im Fahrzeug stehen Fahrer und Beifahrer in ständigem Kontakt.
Rally Fahrzeug
Die jüngste Generation der WRC Fahrzeuge basiert auf Straßenmodellen, doch unter der Karosserie sind getunte Rennwagen, die den härtesten Bedingungen im Motorsport standhalten. Sie sind nicht nur deutlich leichter, sie beinhalten auch zahlreiche Komponenten für ein Maximum an Sicherheit und Leistung. Vollsicherheitsgurte, mehr Energie absorbierende Schaumstoffpolsterung um Sitze und Türbereich sowie ein sehr starker Überrollkäfig helfen, die Mannschaft zu schützen.
Vor Ort Team
Die Struktur eines Rallye Teams varriert, Werkteams bestehen aber in der Regel aus Teammanagement, Ingenieuren, Logistik, Mechanikern, einer Recce Crew, Marketing & PR und Catering. Insgesamt sind wir mit rund 80 Personen bei einem WRC Event vor Ort. Sechs Tage vor der Veranstaltung beginnen wir mit dem Aufbau unserer Hospitality, um mit allem rechtzeitig vor Ankunft des Teams und der Gäste fertig zu sein.
Etappe
In der WRC findet die Action nicht nur innerhalb von ein paar Stunden statt, Rallyes werden traditionell über mehrere Tage mit hunderten oder gar tausend Kilometern ausgetragen. Ein Tag wird als Etappe bezeichnet und beinhaltet eine Anzahl speziell gezeiteter Wertungsprüfungen und ungezeiteter Straßensektionen. Nach jeder Etappe kehren Fahrzeuge und Fahrer zu ihrer Team-Basis in den Service Park zurück.
Special Stage
Rallys werden in Wertungsprüfungen, sogenannte „Special Stages” aufgeteilt, gezeitete Läufe über geschlossene Straßenabschnitte, die die Fahrer so schnell wie möglich abzuschließen versuchen. Die Gegebenheiten variieren von kurzen und sprintähnlichen Wertungsprüfungen über ein paar Kilometer bis hin zu 80km langen Prüfungen. Für gewöhnlich werden mehrere Wertungsprüfungen mit normalen Straßenwegen dazwischen an einem Wettkampftag ausgetragen.
Power Stage
Die Power Stage ist die finale Prüfung einer Rallye. Sie wird über eine kürzere Distanz als die anderen Wertungsprüfungen gefahren und ist daher perfekt geeignet für Fernsehübertragungen. Für das Endergebnis ist sie extrem wichtig, da zusätzliche Punkte für die fünf schnellsten Fahrer vergeben werden, was für zusätzliche Spannung in diesem finalen Durchgang sorgt.
Super Special Stage
Bei jeder Rallye gibt es einige kurze, zuschauerfreundliche Wertungsprüfungen, die sowohl für die Fahrer als auch für das Publikum etwas ganz Besonderes sind. Diese werden an den verschiedensten Orten wie in Stadtzentren oder in der Nähe von lokalen Sehenswürdigkeiten ausgetragen. Es gibt auch Wertungsprüfungen in Sportstadien, bei denen zwei Fahrer auf zwei parallel zueinander verlaufenden Strecken gegeneinander antreten.
Verbindungsetappe
Das Ende einer Wertungsprüfung ist nicht unbedingt der Start der nächsten und so müssen sich die Fahrer nach dem einen auf den Weg zu dem nächsten Teil der Rallye begeben. Anders als Wertungsprüfungen sind Verbindungsetappen für den Verkehr öffentliche Straßen, sodass sich die Fahrer ebenso an die Verkehrsordnung halten muss. Durch die Verbindungsetappen müssen die WRC Wagen voll straßenzulässig sein und Nummernschilder sowie die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung haben.
Recce
Als Abkürzung von Reconnaisance findet die Recce eine Woche vor dem WRC Event statt. Die Crews fahren in langsamer Geschwindigkeit durch die Wertungsprüfungen, um den Aufschrieb (Pace Notes) mit Beschreibung der Streckendetails zu machen. Die Wagen sind Straßenfahrzeuge, wobei sie zur Sicherheit mit Überrollkäfig sowie Unterbodenschutz und Offroad-Reifen für unwegsames Gelände ausgestattet sind.
Shakedown
Jeder Fahrer in der WRC ist auf ständiger Suche nach der optimalsten Feinabstimmung des Fahrzeugs. Fahrzeug- und Motoreinstellungen können von Rally zu Rally stark variieren und jede winzige Einstellung kann einen großen Einfluss auf wichtige Bereiche wie Fahrverhalten und Spitzengeschwindigkeit haben. Hier kommt der Shakedown ins Spiel. Es ist die letzte Möglichkeit mehrmals vor dem Start jeder Rallye zu fahren, damit Team und Fahrer die Abstimmung für die jeweilige Rallye festlegen.
Aufschrieb
Rallye-Fahrzeuge sind heutzutage mit hochmodernster Technologie ausgestattet, aber da ist etwas, bei dem sich Fahrer und Beifahrer immer noch auf Stift und Papier verlassen: die Pace Notes/Aufschriebe. Diese Anleitungen, die während der Wertungsprüfung vom Beifahrer vorgelesen werden, sind wie ein zweites Augenpaar für den Fahrer. Sie liefern ihm alle genauen Details der Straße, wie die Schwere einer bevorstehenden Kurve, ein bevorstehender Sprung oder Senkung der Straße.
Meisterschaftspunkte
Die Meisterschaftspunkte werden bei jeder Rallye wie folgt an die besten zehn Piloten vergeben: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Außerdem streichen die fünf schnellsten Fahrer bei der Power Stage (PS) zusätzliche Zähler ein (5-4-3-2-1). Zum Champion wird derjenige gekrönt, der über die Saison hinweg die meisten Punkte erzielt hat. Weiterhin gibt es eine eigene Wertung für die Beifahrer und eine Konstrukteursmeisterschaft, bei der die beiden besten Fahrzeugen eines jeden Herstellers gewertet werden.
Strafen
Bei den Rallyes werden nicht nur Punkte, sondern unter Umständen auch Strafen für Crews vergeben. Gründe hierfür sind unter anderem, dass sich ein Team länger als erlaubt im Service Park aufgehalten hat oder Kontrollstellen nicht rechtzeitig erreicht wurden.
Nachtanken
Bei jeder Rallye gibt es spezielle Tankbereiche, in denen die Teams ihre teilnehmenden Fahrzeuge mit Benzin auffüllen dürfen. Diese Bereiche können sich im Service Park, aber auch an entfernten Orten zwischen den einzelnen Wertungsprüfungen befinden. Es ist die Verantwortung des Teams so viel Benzin aufzufüllen, dass es nicht nur für die nächsten Wertungsprüfungen, sondern auch für die Verbindungsetappen dazwischen reicht.
Services
Wenn es den Mechanikern erlaubt ist, an den Fahrzeugen zu arbeiten, wird dies als „Service” bezeichnet. Die Arbeiten beinhalten Änderungen des Set-up, Reparaturen an Schäden aus vorangegangenen Wertungsprüfungen oder, das Fahrzeug für die nächsten Wertungsprüfungen vorzubereiten. Der Service hat normalerweise spezifische Zeitfenster, kann auch für einen längeren Zeitraum ‚flexibel‘ sein. Nur eine begrenzte Zahl von Mechanikern dürfen an dem Fahrzeug im Service arbeiten.
WRC / WRC2
Neben der WRC wird die WRC2 als Begleitserie auf den selben Etappen wie die Hauptserie ausgetragen und läßt alle Fahrzeuge mit Allradantrieb der Klassen R5, R4, S2000 und N4 zu. Die Crews konkurrieren in genau der gleichen Weise wie die WRC-Kollegen um Meisterschaftspunkte und kämpfen um den WRC2-Titel. Hersteller können mit ihren Wagen als Werksteam antreten oder Kunden können die Fahrzeuge kaufen, um selbst anzutreten.
Parc Fermé
Am Ende eines jeden Wettkampftages werden die Fahrzeuge in den „Parc Fermé" gebracht, was im Französischen „geschlossener Park” bedeutet. Dieser Bereich wird streng von den Veranstaltern und Organisatoren bewacht, damit die Fahrzeuge abgesichert sind. Während des Aufenthalts im Parc Fermé sind keine Reparaturen oder sonstige Arbeiten an den Autos erlaubt, außer es liegt eine ausdrückliche Genehmigung hierfür vor. Zutritt ist nur autorisiertem Personal und den Stewards gestattet.
Startzeremonie
Als offizielle Eröffnung einer WRC-Veranstaltung bietet die Startzeremonie den Fans die Möglichkeit, alle Teams und Fahrzeuge hautnah zu erleben. Meist in Stadtzentren vor dem Hintergrund eines bekannten Wahrzeichens fahren alle Crews ihre Fahrzeuge über eine Startrampe, um ihren Wettkampf offiziell zu beginnen. In der Regel findet dies am Donnerstagabend vor der Rallye mit Autogrammstunden und Unterhaltungsprogramm statt.
Technische Abnahmen
Alle Fahrzeuge müssen den strengen technischen Richtlinien der FIA entsprechen und nach diesen Vorschriften homologiert werden, um in der WRC antreten zu dürfen. Ein Team aus offiziellen FIA-Technikern führt vor, während und nach jeder Rallye gründliche Kontrollen an den Fahrzeugen durch. Diese technische Abnahme stellt sicher, dass die Vorschriften eingehalten werden. Teams, deren Autos nicht regelkonform sind, werden schwere Strafen oder gar Disqualifikationen auferlegt.